"Mediated Modeling" und "Group Model Building"

Mediated Modeling (MM) und Group Model Building (GMB) bauen auf der System Dynamics Methode auf. Beide Modellierungskonzepte sind entwickelt worden, um Stakeholder bei der Konzeptionalisierung, Spezifizierung und Synthetisierung von Wissen und Erfahrung zu helfen. Operationielles Ziel ist in beiden Fällen die Entwicklung eines System Dynamics Models, um Lösungen für eine komplexe Fragestellung zu finden.

Buchdeckel "Mediated Modeling" und "Group Model Building".

1. Vergleich von MM und GMB bei Umweltthemen

 

Group Model Building
(Quelle: Stave, 2002)

Mediated Modeling
(Quelle: Van den Belt, 2004)

Entstehung und grundlegende Ziele

Iniziiert von System Dynamikern um ein Rahmenwerk für Modellierungsprozesse bei organisatorischen Problemenen zu schaffen.

Dazu gehört: 1. Problemursachen in ihrer Systemstruktur finden. 2. Fokus auf Policy-Hebelpunkte. 3. Entwicklung eines Feedback-Tools mit dessen Hilfe der Lernprozess untersützt und dokumentiert wird und Policyentwürfe entwickelt werden.

Iniziiert von ökologischen Ökonomen ("ecological economists") um Partizipation bei Umweltentscheidungen zu fördern.

Dazu gehört: Definition des Geltungsbereichs und der Modellauflösung als ersten Schritt mit anschließender Ausarbeitung von Forschungs- und Managementmodellen in Gruppen.

Ziele der Partizipation Ziel ist durch die Integration von Beziehungen auf geeigneten Skalen Lernprozesse zu fördern und das Systemverständniss zu verbessern. Personelles Ziel ist hierbei die Veränderung von individuellen gedanklichen Modellen. Zielt ab auf interorganisatorische und kollaborative Team-Lern-Erfahrungen, um ein gemeinsames Problemverständnis zu entwickeln und Konsensentwicklung bei Weltanschauungen, Entscheidungsfindung und Festlegungen zu erreichen.
Modellierungs-werkzeuge Qualtitative Kausalitätsdiagramme (z.B. CLDs) und quantitative System Dynamics Modelle. Neigung zu quantitativen System Dynamics Modellen (insbesondere unter Verwendung der STELLA-Software).
Partizipatorisches Prozessdesign Große Gruppentreffen und Modellierung in Kleingruppen. Das Modellierungs-Team leistet technische Arbeit hinter der Bühne. Sequenz von zwei bis vier Modellierungs-workshops mit Plenarsitzungen und kleinen Modellierungsgruppen. Das Modellerungs-Team fertigt neben der technischen Arbeit hinter der Bühne auch Individualinterviews vor und nach den Workshops an.
Angegebene Limitierungen 1. Teilnehmer-Anwerbung erforderlich, 2. Politische und kontextuelle Einschränkungen (z.B. Druck eine kurzfristige Entscheidung zu finden) und 3. Managen von Stakeholdererwartungen notwendig. 1. Partizipative Beteiligung, 2. Abhängigkeit von technischer Hilfe, 3. Prozessentwicklung abhängig von dem Modellierungs-Team.

2. Details zum Partizipativen Modellieren

2.1 Adaptives Management

Integratives Modellieren für nachhaltige adaptive Systeme beginnend mit der Maßstabsfestlegung (Scoping) (Quelle: Eigene Erstellung nach MIMAS Framework, Van den Belt, 2009)

2.2 Moderierende Rolle des Facilitators bzw. Mediated Modelers

  Rolle
Facilitator Eine Person, welche die Gruppe unterstützt ein Problem zu lösen oder eine Entscheidung zu treffen.
Mediated Modeler Eine Person, welche die Gruppe unterstützt bei Gruppendiskussionen, Auflösen von auftretenden Konflikten und generell bei Modellierungsprozessen hilfreich zur Seite steht.

Generelle Aufgaben des Moderators:

Der Moderator hat die Aufgaben eines unparteiischen Prozesscoaches. Er leitet zielorientiert durch Diskussionen, schließt diese ab und fast deren Ergebnisse anschließend zusammen. Nicht alle auftretenden Probleme werden vom Moderator gelöst, er fördert vielmehr ein gemeinsames Problemverständnis der Gruppe. Einige weitere Anforderungen werden an den Moderator gestellt, dazu gehört:

2.3 Grundregeln für Modellierungs-Workshops nach van den Belt (2004)

Die Liste gibt einige Grundregeln für erfolgreiche Modellierungs-Workshops.